Samstag, 2. Mai 2009

Der ehrenwerte Herr Ackermann

Der ehrenwerte, und noch nicht vorbestrafte Josef Ackermann, seines Zeichens erfolgreicher Illusionist und Renditengaukler, kündigte neulich an, dass seine Illuminatenbank wieder auf Erfolgskurs ist und es nicht unter 25 Prozent machen wird. Der Müll, mit dem Deutschlands Vorzeigeschweizer in der Vergangenheit imaginäre Renditen einfuhr und die den deutschen Steuerzahler Milliarden kosten und auch weiterhin kosten werden, waren giftiges, wertloses Zeug, die er seinerzeit der IKB andrehte. Es waren Investmentbanker der Deutschen Bank, die für die IKB die Risikopapiere gebündelt und Papiere aus dem eigenen Bestand an den IKB-Fonds. Jetzt sprudeln, mit den gleichen Spekulationsmethoden die die Krise auslösten, wieder nur in der Phantasie vorkommende Supergewinne in die Kassen des vom ehrenwerten Herrn Ackermann geführten Illusionsinstituts. Nun kann man sagen, der Ackermann führt nicht allein die Welt an der Nase herum, denn gegen Goldman Sachs, ist er nur ein Waisenknabe. Die nämlich, so wird gemunkelt, hat die Finanzkrise für eigene Interessen gesteuert.

Auf losem Treibsand ist dieses Finanzsystem gebaut - und nach dem Crash ist immer vor dem nächsten Crash. Zum Nutzen einer Handvoll krimineller Subjekte und zum Schaden ganzer Volkswirtschaften samt Milliarden von Menschen. Schöne neue Bankenwelt, mit schon wieder 20 - 25-prozentigen Gewinnen für eine kleine Clique von Kapitalverbrechern. Welche Auswirkungen das auf Menschen hat, die glaubten, man verdiene sein Geld durch Arbeit, kann man an einem Beispiel,

in dem auch die Deutsche Bank vorkommt, in Cleveland, Ohio ersehen.

Karikatur: © Kostas Koufogiorgos

Die Deutsche Bank kassiert

«Die Wall-Street-Strategien, die diesen Teufelskreis von Risikodarlehen ermöglichten, haben meiner Stadt das Leben ausgesaugt», sagt Jim Rokakis, Finanzdirektor von Cleveland, Ohio. Diese einstige Industriestadt ist zur Hauptstadt der Subprime-Hypotheken geworden. Jedes zehnte Haus steht heute leer, ganze Nachbarschaften sind durch versteigerte, zugenagelte und mutwillig zerstörte Immobilien gekennzeichnet. Pikantes Detail: Die meisten Pfändungsverfahren in Cleveland werden von der Deutschen Bank veranlasst, die hier das Subprime-Geschäft offenbar dominiert.

Wenn man auf einer Karte nachschaut, in welchen Quartieren der Stadt die meisten Risikohypotheken aufgenommen werden, wo die meisten Zwangsversteigerungen stattfinden, wo die schwarze Bevölkerung mehrheitlich wohnt und wo die Deutsche Bank am meisten Grundstücke belehnt, stellt sich heraus, dass diese Gebiete sozusagen deckungsgleich sind. In einigen Strassenzügen von Cleveland werden die Widersprüche der Schuldenwirtschaft voll ausgelebt: Eines der weltweit grössten und reichsten Anlage­institute versucht, die Verluste für sich selbst möglichst gering zu halten, und stellt am Ende Menschen auf die Strasse, bei denen nun wirklich nichts mehr zu holen ist. Die Deutsche Bank treibt ihre Schulden in Cleveland in ers­ter Linie bei AfroamerikanerInnen ein, die in den USA aufgrund ihrer Hautfarbe bereits bei der Kreditvergabe nachweislich diskriminiert werden. Etwa die Hälfte aller schwarzen HausbesitzerInnen im ganzen Land haben Subprime-Hypotheken; im besten Fall wird jede fünfte, im schlimmsten Fall jede dritte dieser Familien ihr Heim und ihre Hoffnung auf eine Mittelklasseexistenz verlieren. woz
Ja, ja, Ackermann und Konsorten. Sie restaurieren das Finanzsystem im Sinne ihrer Auftragsgeber, der Hochfinanz, um am Ende der staunenden Masse das alte Crashsystem als ein neues und unverwüstliches zu verkaufen.

Wozu hat man schließlich seine nicht vorbestraften Ackermänner?

FH

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