Donnerstag, 22. März 2012

Eine vom afghanischen Parlament veranlasste Untersuchung hat ergeben: An dem Massaker in Kandahar waren bis zu 20 US-Soldaten beteiligt

RT, 16.03.12

Eine Untersuchungskommission des afghanischen Parlaments hat festgestellt, dass an der Ermordung der 16 Zivilisten, die am Sonntagmorgen in (dem Distrikt Panjwaii der Provinz) Kandahar stattgefunden hat, bis zu 20 US-Soldaten beteiligt waren. Damit widerspricht sie der NATO, die weiterhin behauptet, ein einzelner durchgedrehter US-Soldat habe das Blutbad angerichtet.

Die aus afghanischen Abgeordneten bestehende Kommission hat zwei Tage lange mit Überlebenden, Augenzeugen und Einwohnern der beiden Dörfer gesprochen, in denen sich die Tragödie ereignet hat. "Wir sind zur der Überzeugung gelangt, dass ein einzelner Soldat nicht dazu in der Lage war, innerhalb einer Stunde in zwei getrennten Dörfern gleichzeitig so viele Menschen umzubringen, und gehen davon aus, dass die 16 Dorfbewohner, bei denen es sich überwiegend um Frauen und Kinder gehandelt hat, von zwei Kommandotrupps getötet wurden," hat der Ermittler Hamizai Lali nach einem Bericht in der Zeitung Afghan News gesagt.

Lali erklärte, die Untersuchung habe ergeben, dass 15 bis 20 US-Soldaten an dem Massaker beteiligt waren. Er forderte die internationale Gemeinschaft auf, dafür zu sorgen, dass die Schuldigen (in Afghanistan) vor Gericht gestellt werden, und betonte, das afghanische Parlament werde nicht ruhen, bis die Mörder verurteilt seien.

"Wenn sich die internationale Gemeinschaft nicht für die Bestrafung der Täter einsetzt, wird die Wolesi Jirga (das Parlament Afghanistans) die ausländischen Truppen zu Besatzern erklären," betonte er.

Sayed Ishaq Gillani, der Vorsitzende der parlamentarischen Untersuchungskommission, erklärte gegenüber der BBC, nach Zeugenaussagen hätten an der Aktion beteiligte Hubschrauber während des Angriffs "Chaff" ausgestoßen, um Flugabwehrraketen abzulenken. (Informationen über den Chaff-Einsatz im Luftraum der Bundesrepublik Deutschland sind hier aufzurufen.)

Gillani fügte hinzu, Ortsansässige hätten vermutet, das Gemetzel sei die Rache für Angriffe auf die US-Truppen gewesen, bei denen eine Woche vorher mehrere Soldaten verletzt worden waren.

Als Reaktion auf das Gemetzel forderte der afghanische Präsident Hamid Karzai die US-Truppen auf, die afghanischen Dörfer zu verlassen und sich in ihre Militärbasen zurückzuziehen. Außerdem haben dieTaliban mitgeteilt, dass sie die Gespräche mit den US-Streitkräften abgebrochen hätten.

Inzwischen hat das US-Militär im Zusammenhang mit dem Gemetzel einen Soldaten festgenommen und ihn trotz der Forderung, ihm in Afghanistan den Prozess zu machen, sofort nach Kuwait gebracht. Nach einer AFP-Meldung wurde er bereits zu seinem Heimatstandort in Kansas ausgeflogen.

Die US-Behörden untersuchen zur Zeit die Motive für den Überfall und bestehen darauf, dass der Prozess gegen den Soldaten in den USA stattfinden müsse. Der US-Soldat soll Alkohol-Probleme gehabt und unter Post-Traumatic Stress Disorder/ PTSD gelitten haben. (siehe hier)

Die Untersuchungskommission behauptet: Bei dem Massaker in Kandahar wurden zwei der erschossenen Frauen von US-Soldaten vergewaltigt
Press TV, 17.03.12

Nach Informationen, die Press TV vorliegen, hat die Kommission des afghanischen Parlamentes, die das jüngste US-Massaker an 16 Dorfbewohnern untersucht hat, festgestellt, dass zwei der erschossenen Frauen vergewaltigt worden waren. Zwei Mitglieder der Untersuchungsmission, Hamidzi Lali und Shakila Hashemi, erklärten in einer Sitzung des afghanischen Parlaments am Samstag, vor Beginn des Massakers hätten die US-Soldaten zwei der Frauen vergewaltigt.

15 bis 20 US-Soldaten seien an dem Gemetzel beteiligt gewesen.

Washington hingegen behauptet, der 38-jährige Robert Bales, ein Staff Sergeant (Stabsunteroffizier) der US-Army, der bereits in die USA verbracht wurde, sei allein für das angerichtete Blutbad verantwortlich. (s. dazu auch http://abcnews.go.com/US/wireStory/detailsus-suspect-idd-afghan-massacre-15941869)

Am Freitag hat der afghanische Präsident Hamid Karzai die USA kritisiert, weil sie nicht zur Kooperation mit der afghanischen Untersuchungskommission bereit waren, und erneut erklärt, die Ermordung afghanischer Zivilisten durch ausländische Truppen "dauere schon viel zu lange".

Am 11. März war ein Trupp US-Soldaten in drei Dörfern im Distrikt Panjwaii der Provinz Kandahar von Haus zu Haus gezogen und hatte mindestens 16 Dorfbewohner – überwiegend Frauen und Kinder – in ihren Häusern getötet und weitere verletzt.

AZA/ASH/MYA

(Luftpost-kl.de hat die den Websites des russischen TV-Sendes Russia Today / RT und des iranischen Fernsehsenders Press TV entnommenen Artikel komplett übersetzt und mit Ergänzungen und Links in Klammern versehen. Sie nehmen beide Bezug auf Erkenntnisse, die eine Untersuchungskommission des afghanischen Parlamentes gewonnen hat. Damit dürfte die US-Behauptung, ein alkoholisierter Einzeltäter sei für das Blutbad verantwortlich, eindeutig widerlegt sein.)


Gegenmeinung: Entmenschlichung...

Kommentare:

  1. Die Ergebnisse der Untersuchungskommission des afghanischen Parlaments waren doch schon wenige Tage nach dem bei uns die Einzeltäter-Propaganda verbreitet wurde, bekannt.
    Unsere Medien haben aber nicht die Fähigkeit mal auf der Webseite dort nachzuschauen oder mal einen Anruf zu tätigen.

    Dabei sollte es doch zum journalistischen Grund-Prinzip zählen IMMER BEIDE SEITEN ANZUHÖREN !

    Wer aber genau hinschaut wie diese Manipulatorensippe arbeitet, der bemerkt schon die Tricks und die unendliche Vielfalt der Manipulationstechniken, die Journalisten lernen und umsetzen sowie die Techniken derer, die sie gezielt mit Falschinformationen füttern oder solche erzeugen (lassen). Das geht allerdings nur, wenn man weiß, also FINDET, was wirkich passiert ist! Also wenn man weiß, wo man suchen muß.

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    1. @ Anonym
      Darauf wird hier pemanent hingewiesen.

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  2. Was hier fehlt: Die zwei Dörfer sollen in unterschiedlichen Richtungen vom Militärlager und auch (leider vergessen wieviel) entfernt von der US-Militärbasis liegen - was eine Einzeltäterversion, vorallem mit den Rahmenumständen wie zeitaufwendiges Verbrennen der Opfer, ziemlich unmöglich macht. Wovon hier auch nichts steht.

    Quelle: Ein Leser-Kommentar bei www.antiwar.com In den Hauptartikeln steht sowas nie, selbst wenn in den Kommentaren Quellen genannt werden. Die Redaktion berücksichtigt sowas nie und schreibt munter ihrer Lügenartikel weiter als würden die Kommentare nie gelesen.

    Antiwar basiert weitgehendst auf mainstreamlügennaher Kriegspropaganda, die aber etwas im TON umformuliert ist und gelegentlich kritisch klingende Artikel bringt, die aber nie substanziell die Mainsteamlügen aufklären. Letztlich ist es eine sehr klever gemachte Webseite, um die US-Friedensbewegung an der Nase herum zu führen.

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    1. @Anonym
      Dieser Artikel kommt nicht von antwar.com. Ein "Leser-Kommentar" ist ja nun wirklich nicht das Maß aller Dinge bei der Beurteilung von irgendwelchen von Dir nicht näher erläuterten Sachverhalten. Deine Kritik ist pauschal, ohne konkret zu werden.

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  3. ach so- zur Ergäzung bzgl. der manipulierenden Webseite antiwar.com - Es gibt auch einen deutsche Schwesterwebseite, die diese Artikel ungeprüft und naiv übernimmt. Ggf. sogar absichtlich, denn in einem Fall haben sie auf umfangreiche Nachweise von Lügen bzgl. der Syrienpropaganda (noch) nicht reagiert.

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    1. @ Anonym
      Ich nehme an der dritte sogenannte Kommentar ein und desselben Anonymen. Einer der sich ganz toll als nicht naiv betrachtet, wenn man so liest was Du von Dir gibst. Damit ich nicht wieder von jeder Menge Anonymer zugemüllt werde, habe ich die Kommentarfunktion geändert. Anonyme werden nicht länger kommentieren können.

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